Sexualität - Spass und Notwendigkeit, Lust und Leid in einem

 

 

Dieser Beitrag dient der sexuellen Aufklährung
 
Zunächst einmal die Frage "Was soll das?" vorweggenommen.
 
Ich bin ein Mann,1959 in einer deutschen Kleinstadt in Niedersachsen geboren. Bei uns in der Schule bezog sich sexuelle Aufklährung auf die Information, das es Mann und Frau gibt, das der Mann das Geld verdient und die Frau nur bei ihm

 

bleibt um finanziell abgesichert zu sein. Von meiner Mutter erfuhr ich, das Männer Sex brauchen und Frauen halt stillhalten müssen. Kein Wort von gegenseitigem Vergnügen, von gemeinsam erlebtem Spass oder gar von der Lust der Frau.
Auch keine Rede davon, das Frauen überhaubt sexuelle Gefühle kennen.
Auch heute noch gibt es in Deutschland religiöse oder kulturelle Gemeinschaften die die sexuelle Aufklährung und Selbstbestimmung von Mädchen bzw. Frauen verbieten und den Jungen bzw. Mann somit zum "Familienoberhaubt" erklähren wollen.
Dabei ist es doch so einfach.

    

 

Lust zum Leben

Sexualität ermöglicht die Fortpflanzung und damit dem Arterhalt einer Gattung und zeigt sich bei fast allen Lebewesen dieses Planeten.
Man könnte also behaupten, Sex diene der Evoluton als List. List,um bei gemeinsamen erleben von Lust und Leidenschaft das Fortbestehen einer Gattung zu sichern.
Ganz so einfach ist es nun aber auch nicht, schliesslich dient nicht jeder Geschlechtsverkehr auch der Zeugung. Wozu gäbe es sonst so viel Vielfalt im Spiel mit dem Lustempfinden, wozu währen dann Verhütungsmittel gut.
 
Wie gross ist also der kleine Unterschied?
Sexualität setzt eine klare difinierung der Geschlechtlichkeit voraus. Die meisten Menschen besitzen eindeutige Erkennungsmerkmale, anhand derer das Geschlecht eindeutig bestimmt wird. Hierbei sind nicht nur die äusseren Merkmale sondern auch die Cromosomenausstattung, Drüsen, Hormone gemeint. Das heisst, die meisten Menschen sind biologisch entweder eindeutig weiblich oder eindeutig männlich. In einigen wenigen Fällen läst sich das Geschlecht allerdings biologisch nicht eindeutig festlegen. Man spricht hier von Hermaphroditismus.
Weniger eindeutig ist der kleine Unterschied im Hinblick auf die Geschlechterrolle anzuwenden.
Auf Grund sozialer Vorstellungen haben sich auch gesellschaftliche Rollenverhalten entwickelt. Man unterscheidet hier zwischen maskulinen und femininen Verhaltensweisen die als Rollenverhalten als verbindlich angesehen werden. Diese schreiben vor,wie eine richtige Frau oder ein richtiger Mann zu sein hat. So wird der Frau nachgesagt das sie sensiebel, verständnissvoll zu sein hat während der Mann stark und dominant sein muss. Menschen werden demnach entsprechend ihres Verhaltens als Maskulin bezeichnet wenn sie überwiegend die Rolle einnehmen, die man eigendlich als typisch männlich bezeichnet und umgekehrt als Feminin wenn sie die typisch weiblichen verhaltensweisen zeigen.
Anderst als das biologische Geschlecht hängt also die Geschlechterrolle von der gesellschaftlichen Erwartungform und dessen Werten ab.
Gesellschaftlicher Wandel kann also auch zu einer Umkehr der Geschlechterrolle führen, was heute Feminin ist kann morgen Maskulin sein und umgekehrt.
Darüber hinaus gibt es Menschen, die sowohl maskulines wie auch feminines Verhalten an den Tag legen.

 

 
Spielarten der Sexualität
Die traditionelle Auffassung von Sexualität geht von der Dualität beider biologischer Geschlechter aus. Demnach sollte Sex nur unter erwachsenen Menschen beiderlei biologischen Geschlechts (das heisst, Frau und Mann) stattfinden und überwiegend der Fortpflanzung dienen.Die Realität ist jedoch eine andere, weit aus bunter.
Reales Sexualverhalten ist wesendlich fassettenreicher.
Viele Varianten wurden und werden zum Teil auch Heute noch als Pervers, sexuelle Psychopathien oder doch zumindest als problematisch klassifiziert.Das menschliche Sexualverhalten (und nicht nur das menschliche, man denke an den Berliner Schwan und sein Tretboot) kann sich auf verschiedene Objekte ausrichten, etwa auf
 
 Personen des anderen Geschlechts (Heterosexualität)
Personen des gleichen Geschlechts (Homosexualität)
Personen beiderlei Geschlechts (Bisexualität)
Auf die eigene Person (Autoerotik, Narzizissmus)
Personen aus dem eigenen Verwantenkreis (Inzest)
Auf Kinder (Pädophilie)
Auf deutlich ältere Menschen (Gerontophilie)
Auf Tiere (Zoophilie, Sodomie)
Auf Leichen (Nektophilie)
Auf einen Gegenstand oder Körperteil (Fetischismus)

Neben den Varianten der Objekt- bzw. Partnerwahl sind auch Variationen der sexuellen Handlungen zu unterscheiden.

So finden Menschen nicht nur sexuelle Befriedigung durch den Koitus, das heisst dem eindringen des männlichen Gliedes in die weibliche Vagina sondern auch durch
 
Kontakt zwischen Geschlechtsorganen und Mund (Fellatio, Cunnilingus)
Kontakt zwischen Geschlechtsorganen und Anus (Analverkehr)
Durch Spielen mit Urin und/oder Kot (Urulogie, Koprophilie)
Durch anonymes Zeigen der eigenen Geschlechtsteile (Exhibitionismus)
Durch beobachten sexueller Handlungen anderer (Voyeurismus)
Durch reiben an fremden Menschen im Gedränge (Frotteurismus)
Durch anziehen von Kleidung des anderen Geschlechts (Transvestismus)
Durch erleiden von Schmerz oder Erniedrigungen (Masochismus)
Durch zufügen von Schmerz oder Erniedrigungen (Sadismus)
 
Ausser dem hier genannten gibt es noch etliche weitere Fetische.
 
Kann den Liebe Sünde sein?
 
Jede Gesellschaft entwickelt bestimmte Normen und Regeln, die festlegen, welches Sexualverhalten als normal bzw. gesund, und welches als anormal, krank bzw. unmoralisch betrachtet werden soll. Es verwundert daher nicht, dass Menschen den meisten sexuellen Handlungen gegenüber nicht gleichgültig sind. Finden wir ein bestimmtes Sexualverhalten nicht auf- bzw. erregend, so empfinden wir es leicht als seltsam, wenn nicht sogar als ekelhaft. Gesellschaften jedoch ändern sich, und mit ihnen die Sexualmoral ihrer Mitglieder. Die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität ist hier ein aufschlussreiches Beispiel. Homosexualität wurde in der griechischen Antike als durchaus normal empfunden. Während der Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland hingegen wurden Homosexuelle als Abartige verfolgt und zu Tausenden ermordet. Heute sind Homosexuelle in Deutschland zwar immer noch zahlreichen gesellschaftlichen Vorurteilen und Benachteiligungen ausgesetzt, leiden jedoch nicht mehr unter einer staatlich organisierten Verfolgung. In anderen Ländern, wie etwa den Niederlanden oder Dänemark, deutet eine liberalere Gesetzgebung auf eine noch stärker ausgeprägte gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität hin. Die Einsicht, dass die eigene Sexualmoral nur eine von vielen möglichen ist, kann die sexuelle Toleranz fördern. Toleranz bedeutet hier, zu ertragen, dass bestimmte Handlungen dem anderen Lust und Freude bereiten können, auch wenn man selbst diese Handlungen eher als unangenehm empfinden würde. Diese Toleranz kann dahin führen, dass in einem sozial vertretbaren Rahmen jedem zugestanden wird, nach seinen Voraussetzungen und seiner Eigenart zu leben, schliesst jedoch nicht aus, dass Hilfestellungen angeboten werden sollen, wenn sexuelle Handlungen von einem der Beteiligten selbst als zwanghaft, destruktiv oder belastend empfunden werden. Auch darf nicht toleriert werden, dass Menschen von anderen gegen ihren Willen zu sexuellem Kontakt gezwungen werden. Eine Missachtung der sexuellen Selbstbestimmung (etwa bei Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch) kann zu schweren seelischen Verletzungen der Betroffenen führen. Menschenwürdige Sexualität muss - in welchen Varianten auch immer - auf der freien Entscheidung der Partner beruhen.
 
 
Die Frau

Die weibliche Anatomie der Geschlechtsorgane gibt auch in unserer aufgeklärten Zeit noch Rätsel auf. Am einfachsten ist es, wenn sich Frauen selbst mit dem Spiegel betrachten, dann bekommen sie eine Vorstellung davon, wie ihr Genitalbereich aussieht. Es ist aber nicht für jede Frau völlig unproblematisch "sich da unten anzuschauen" - manche müssen dabei erst eine gewisse Scheu bzw. ihr Schamgefühl überwinden. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Geschlechtsregion zum Körper gehört, und dass es keineswegs unanständig ist, sich selbst zu betrachten.

Aufbau der äusseren Geschlechtsorgane:

Venushügel

Betrachtet man die Frau von vorn, so erkennt man den Venushügel. Das ist jene Region, die über dem Schambeinknochen liegt. Mit Einsetzen der Pubertät wachsen darauf die Schamhaare. Ob die Schambehaarung belassen bleibt oder durch Rasur entfernt wird, ist der Frau selbst überlassen. Einige ethnische Gruppen favorisieren die Rasur.

Grosse Schamlippen (Labia majora)

Unter dem Venushügel sind die grossen Schamlippen zu erkennen. Sie verlaufen als zwei Hautfalten vom Venushügel nach unten und bilden die Begrenzung der Schamregion oder Vulva. Entwicklungsgeschichtlich entsprechen sie der Region, die beim Mann den Hodensack bildet. Auch hier wachsen Schamhaare. Die grossen Schamlippen bedecken in den meisten Fällen die kleinen Schamlippen.

Kleine Schamlippen (Labia minora)

Meistens liegen diese zwei dünnen, gut durchbluteten und berührungsempfindlichen Hautfältchen unter den grossen Schamlippen. Sie wachsen nach vorne in Richtung Venushügel und verschmelzen dort. Dabei bilden sie ein kleines Fältchen, das Vorhaut genannt wird und den Kitzler (Klitoris) bedeckt.

Der Kitzler (Klitoris)

Klitoris bedeutet übersetzt "kleiner Hügel". Sie ist das zentrale Organ für die weibliche Lust. In einigen Ländern ist die Beschneidung bei Frauen nach wie vor weit verbreitet: Dabei wird die Klitoris häufig auf bestialische Art und Weise entfernt und somit das Zentrum für die Lust der Frau zerstört.Die Klitoris besteht aus einem Teil, der wie ein kleiner Zylinder aussieht, und aus zwei Schwellkörpern. Wenn sich bei Erregung das Blut in den Schwellkörpern sammelt, vergrössert sich das Organ und wird hart und steif, ähnlich dem Penis des Mannes. In nicht erregtem Zustand hat sie eine Grösse von zwei bis drei Zentimetern, bei Erregung kann sich der Umfang fast verdoppeln. Bei steigender Erregung zieht sich die Klitoris weiter hinter die Vorhaut zurück. Sie wird indirekt durch die Bewegung des Penis in der Scheide stimuliert.

Harnröhrenöffnung

Etwa zwei Zentimeter unterhalb der Klitoris liegt die Harnröhrenöffnung. Die Harnröhre ist bei der Frau nur sehr kurz ausgeprägt, weshalb das weibliche Geschlecht eher zu Blasenentzündungen neigt als das männliche. Die Harnröhrenöffnung ist in die Geschlechtsregion eingebettet. Bei Erregung schwillt die Vulva an, wodurch die Harnröhre zusätzlich verschlossen wird. In der Harnröhre gibt es Drüsen, die bei manchen Frauen ein klares Sekret produzieren können. Dieses wird beim Orgasmus - ähnlich dem männlichen Samenerguss - ausgestossen. Man spricht in diesem Fall von der weiblichen Ejakulation.

Scheideneingang

Unter der Harnröhrenöffnung kommt nach etwa eineinhalb Zentimetern der Scheideneingang. Spreizt die Frau etwas die Beine, so entfaltet sich der Eingang. Dann kann man auch ein segelförmiges, helles, dünnes Häutchen oder - nach dem "Ersten Mal" - die Reste davon erkennen. Gemeint ist das

Jungfernhäutchen (Hymen).

Dieses hat keine Funktion und ist ein Relikt aus der Entwicklungsgeschichte. Die Bedeutung des Hymens in der Gesellschaft hat keine biologische Grundlage. Das Jungfernhäutchen ist dehnbar, so dass manche Frauen trotz Geschlechtsverkehr noch über ein intaktes Hymen verfügen. Bei manchen Frauen wiederum kann das Jungfernhäutchen auch ohne Geschlechtsverkehr einreissen (z. B. beim Sport). Darüber hinaus gibt es auch Frauen, bei denen sich dieses Relikt völlig zurückgebildet hat, bei denen es also fehlt.Medizinisch bedeutsam ist das Jungfernhäutchen nur dann, wenn keine Öffnung darin ist und sich die Periodenblutung in der Scheide ansammelt (Hymenalatresie). Der Scheideneingang hat viele kleine Drüsenmündungen, aus denen bei sexueller Erregung Sekret abgesondert wird, um den Scheideneingang anzufeuchten. Das dient dazu, dass sich der Penis leichter und schmerzfrei einführen lässt. Seitlich im hinteren Bereich liegen die Bartholinischen Drüsen, die ebenfalls Sekret bilden. Normalerweise sieht man diese Drüsen nicht. Im Falle einer Entzündung, der so genannten Bartholinitis, schwillt der seitliche Scheideneingang massiv an und ist infolge äusserst druckempfindlich.

Anus

Zwischen dem Scheideneingang und dem Darmausgang (auch Anus genannt) liegt die Dammregion, die mit Sicherheit auch zu den erogenen Zonen von Mann und Frau zählt. Das ist jene Region, die bei einer Entbindung unter enormer Spannung steht, was häufig zu einem Dammschnitt führt. Der Anus bildet den Darmausgang. Er besteht aus der empfindlichen Darmschleimhaut, die in dieser Region in normale Haut übergeht. Ein Schliessmuskel, der Sphinkter, sorgt für den Verschluss oder besser die Stuhlkontinenz. Die Luftkontinenz wird durch einen Gefässpolster unter der Schleimhaut in der Analregion aufrecht erhalten.

Aufbau der inneren Geschlechtsorgane:

Blase

Eierstock

Harnröhre

Scheide

Muttermund

Mastdarm

Gebärmutter

Eileiter

Die inneren Geschlechtsorgane sind für die Frau ohne Hilfestellung nicht mehr so gut zu erkunden. Man kann jedoch den Frauenarzt bitten, den Muttermund mit einem Spiegel zu zeigen. Unter Umständen lässt sich der Muttermund auch ertasten.

 

 

 

 

Die Scheide (Vagina)

Die Scheide stellt eine Verbindung zur Gebärmutter her. Beim Geschlechtsverkehr wird aus der Scheidenwand Flüssigkeit herausgepresst, damit die Scheide gleitfähig wird. Die Scheidenhaut selbst ist schmerzunempfindlich bzw. nicht mit Tastkörperchen ausgestattet. Den Penis spürt das Mädchen bzw. die Frau indirekt durch Muskeldruck des Beckenbodens oder durch die indirekte Bewegung der Klitoris und der Nachbarorgane. Deshalb ist es auch egal, wie gross der steife Penis letztlich ist. Gelingt es dem Mann, indirekt die Klitoris zu stimulieren, reicht auch ein kurzer Penis aus, um die Frau zu befriedigen. Entscheidender als die Penislänge ist die Kunst der Stellungen!

Die Gebärmutter (Uterus)

Die Gebärmutter ist gleichsam das "Nest" für das Kind, ein Muskel, der die Grösse einer kleinen Birne hat und etwa sieben bis acht Zentimeter lang ist. Die Gebärmutter liegt leicht gebogen etwas über der Harnblase. Die Gebärmutterschleimhaut wird im monatlichen Zyklus hormonell gesteuert auf- und abgebaut. Kommt es in diesem Zeitraum nicht zur Befruchtung, tritt die Menstruation ein. Der Uterus ist aus zwei Kanälen entstanden, die miteinander verschmolzen sind. Ist diese Verschmelzung nicht komplett erfolgt, kann die Gebärmutter eine mehr oder weniger ausgeprägte Scheidewand besitzen oder in seltenen Fällen sogar komplett doppelt vorliegen. Es gibt tatsächlich Frauen mit zwei Scheiden, zwei Muttermündern und zwei Gebärmüttern. Am oberen Gebärmutterende, dem Fundus, münden rechts und links die Eileiter ein.

Die Eileiter

Sie transportieren die Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. Dabei hat die Eileiterschleimhaut kleine Fortsätze (wie Härchen), mit denen die Eizelle in Richtung Gebärmutter bewegt wird. Unterstützt wird der Transport durch rhythmisches Zusammenziehen. Am inneren freien Ende des Eileiters findet sich der Auffangapparat für die Eizelle, der so genannte Fimbrientrichter. Dieser lagert sich über der Stelle am Eierstock, an, wo das Ei springen wird. So springt die Eizelle direkt in den Trichter. Darin findet in den allermeisten Fällen auch die Befruchtung statt. Ist der Eileiter durch vorangegangene Entzündungen geschädigt, kann es sehr leicht zu Eileiterschwangerschaften kommen. Der Transport ist verlangsamt, das befruchtete Ei nistet sich nach etwa fünf Tagen ein, egal wo es sich befindet.

Die Eierstöcke

In den Eierstöcken werden Eizellen und Hormone produziert. Zum Zeitpunkt der Geburt hat die Frau ca. 400.000 Eizellen. Die Anzahl nimmt im Laufe des Lebens kontinuierlich ab. Nur ein kleiner Teil wird durch den Eisprung verbraucht. Bei Beginn der Menopause ist meist keine Eizelle mehr vorhanden. Eine Eizelle wird durch den Hormonregelkreis gereift und springt. Im Eierstock bleibt das Corpus luteum, der Gelbkörper, zurück. Der Gelbkörper bildet das Hormon, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine eventuelle Einnistung vorbereitet. Findet eine Befruchtung statt, erhält das Corpus luteum in den ersten acht Wochen die Schwangerschaft. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück.

 
 
Der Mann
 

Die äusseren Geschlechtsorgane des Mannes bestehen aus Penis und Hodensack (Skrotum). Zu den inneren gehören Hoden und Nebenhoden, obwohl sie ausserhalb des Körpers im Hodensack liegen.

Der Penis

Penis ist lateinisch und bedeutet "Schwanz, Glied". Er besteht aus drei Schwellkörpern und der in der Mitte befindlichen Harnröhre (Urethra) für Urin und Ejakulat. Der Penis ist von einer Haut umgeben, die vorne an der Spitze offen ist. Die zwei Schwellkörper an der Oberseite sind für die Versteifung - also für die Erektion - verantwortlich (Corpora cavernosa). Ein Schwellkörper verläuft an der Unterseite (Corpus spongiosum). Die Schwellkörper füllen sich bei sexueller Erregung mit Blut, wodurch der Penis gross und hart wird - es kommt also zur Erektion. An der Penisspitze liegt die Eichel (Glans penis). Sie entspricht entwicklungsgeschichtlich dem Kitzler bei der Frau. Sie steht in Verbindung mit dem unteren Schwellkörper. In die Mitte der Eichel mündet die Harnröhre. Normalerweise ist die Eichel von der Vorhaut bedeckt. Bei sexueller Erregung tritt die Eichel unter der Vorhaut hervor. Die Eichel hat viele Nervenendigungen und ist somit sehr empfindlich. Ganz besonders sensibel ist der äussere Rand der Eichel.An der Hinterseite verläuft ein kleines Bändchen, das so genannte Frenulum, von der Eichel zur Vorhaut. Unter der Vorhaut liegen Drüsen, die ein weissliches Sekret, das Smegma, bilden. Dieses Sekret sollte bei der täglichen (!) Hygiene entfernt werden. Dazu wird die Vorhaut nach hinten gezogen. Ist dies nicht möglich, liegt eine Vorhautverengung vor, eine Phimose In einigen Ländern (Afrika, Australien und den USA) sowie bei bestimmten Religionsgemeinschaften (z.B. Juden, Moslems) wird dieses Häutchen im Zuge der Beschneidung entfernt. Die Vorhaut hat keinerlei Auswirkungen auf die sexuelle Funktion des Organs. Der Penis ist im schlaffen Zustand etwa sechs bis zwölf Zentimeter, im erigierten Zustand zwischen zwölf und 18 Zentimeter lang. Wobei es sein kann, dass ein Penis im schlaffen Zustand bereits sehr gross aussieht und bei einer Erektion nicht mehr viel grösser wird und auch umgekehrt. Häufig sind heranwachsende Jungen, was ihre Penisgrösse betrifft, verunsichert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass die Grösse des Penis nichts mit der Qualität als "Liebeswerkzeug" zu tun hat. Die Scheide passt sich der Grösse an.

Der Hodensack

Das Skrotum, wie der Hodensack medizinisch bezeichnet wird, ist eine Hauttasche, in der die Hoden jeweils in einem Fach liegen. Die Haut ist stärker pigmentiert, hat reichlich Schweiss- und Talgdrüsen und ist leicht behaart. Die Hoden liegen deshalb aussen, da die Temperatur im Körperinneren zu hoch ist und die Samenproduktion gestört würde (deshalb sollten Männer sehr enge Hosen, die die Hoden zu sehr an den Körper pressen, eher nicht anziehen). Der Hoden ist mit dem Penis durch die Samenstränge verbunden, die in den Leistenkanälen verlaufen. Die Leistenkanäle sind Stellen im menschlichen Körper mit verminderter Festigkeit. Durch erhöhten Druck im Körperinneren und entsprechender Veranlagung kann sich Darm in die Kanäle verlagern - sogar bis in den Hodensack. Das nennt man dann Leisten- oder Hodenbruch. Bei Erregung zieht sich der Hodensack zusammen und verlagert sich dichter an den Körper.

Die Hoden

Die Hoden sind die männlichen Geschlechtsdrüsen oder Gonaden. Darin werden Hormone und Spermien gebildet. Die Spermien entstehen in kleinen Kanälchen. Sind sie reif, das dauert etwa 64 Tage, wandern sie in den Nebenhoden. Der Nebenhoden, Epididymides genannt, besteht aus einem sechs Meter (!) langen, zu einem Knäuel zusammengelegten Kanälchen, durch das die Samen geschleust werden. Auf dem Weg zu den Samenleitern

Der Samenleiter

entwickeln die Samen die Fähigkeit, sich fortzubewegen. Der Samenleiter (Vas deferens) verbindet den Hoden mit der Harnröhre und verläuft durch den Leistenkanal in den Bauchraum. Vor der Harnblase befindet sich eine Gangerweiterung, in der die Samenzellen gelagert werden. Im weiteren Verlauf mündet der Ausführungsgang vom Samenbläschen in den Samenleiter. Das Samenbläschen produziert den flüssigen Anteil des Ejakulats. Diese Flüssigkeit dient praktisch als Nahrung für die Samenzellen auf dem langen Weg in Richtung Eizelle. Dann verläuft der Samenleiter durch die Vorsteherdrüse (Prostata). Darin wird in den Drüsen ebenfalls Flüssigkeit gebildet, die für die Fortbewegung der Spermien wichtig ist. Die Fortbewegung erfolgt mit Hilfe der Flimmerhaare auf den Zellen, die den Gang auskleiden, und durch Muskelkontraktionen in den Wänden.

Die Harnröhre

Die Harnröhre ist die Ableitung der Blase. Direkt unter der Blase wird die Harnröhre von der Prostata umschlossen. Dort ist auch die Mündungsstelle des Samenleiters. Durch Muskelanspannung bei der Ejakulation können nicht gleichzeitig Urin und Samenflüssigkeit ausgestossen werden. In die Harnröhre münden die Drüsengänge der Cowperschen Drüsen. Diese produzieren eine klare Flüssigkeit, die schon vor der Ejakulation in die Harnröhre gelangt - das so genannte Lusttröpfchen. Darin können bereits vereinzelt Samenzellen enthalten sein, weshalb es durch das Lusttröpfchen alleine zu einer Schwangerschaft kommen kann.

Das Ejakulat

Beim Orgasmus werden ca. vier Milliliter Ejakulat ausgestossen. Darin sind etwa 40 bis 150 Millionen Samenzellen enthalten, wovon mehr als 60 Prozent beweglich sind. Zusätzlich ist im Ejakulat Sekret aus den Samenbläschen, der Prostata und den Cowperschen Drüsen enthalten. Durch das Sekret erlangen die Samenzellen erst die Bewegungsfähigkeit. Das Ejakulat ist grau-weiss und hat den Geruch von Kastanien. Abhängig von der Ejakulationsfrequenz ist es eher dickflüssig oder wässriger. Es ist nicht schädlich für die Gesundheit, wenn man das Sperma eines gesunden Mannes schluckt.

 

Wie entsteht ein Kind?
Während einer Routieneoperation hat der belgische Mediziner an der
Katholischen Universität von Louvain, Professor Jacques-Donnez,
den Eisprung (Follikelsprung) einer Frau mit der Kammera festgehalten.
 
Zu sehen ist, wie sich das von einer galertartigen Masse umhüllte Ei aus dem roten Follikel schählt

 

Aus dem Follikel am Eierstock schält sich langsam das Ei heraus.
Die eigendliche Eizelle ist von einer gelben Masse umgeben.
Zu sehen ist hier allerdings nur die umgebende Hülle, die Eizelle selber ist nur 0,11 bis 0,15 Millimeter gross.
Der gesammte Eisprung dauert etwa 15 Minuten.
Bisher gingen Wissenschaftler davon aus dass sich der Eisprung innerhalb von Sekunden ereignet.
Die Eizelle hat das Follikel verlassen und ist bereit für die Befruchtung.
Der entleerte Follikel wandelt sich zu einer Hormondrüse.
Ein Spermium auf dem Weg zur Eizelle.
Sobald das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist beginnt das neue Leben.
Die Eizelle teilt sich mehrfach, das sogenannte Keimbläschen entsteht und nistet sich in der Gebährmutter ein.
Im Fötussack entwickelt sich ein Embrio.
Innerhalb der ersten 10 Wochen entwickeln sich alle Organe des Menschen sowie Arme, Beine, Augen, Ohren. Das Herz nimmt in der sechsten Woche seine Tätigkeit auf. Ab der elften Schwangersschaftswoche wird die Leibesfrucht als Fetus bezeichnet. Bis zur Geburt werden die Organe weiterentwickelt, das Kind wird selbstständig lebensfähig und kommt nach durchschnittlich 267 Tagen zur Welt.

 

 

 

Die 10 häufigsten Irtümer übers Schwanger werden.

 

 

 

Am Tag des Eisprungs ist die Chance, schwanger zu werden am größten
Das Ei ist nach dem Eisprung etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Ist der Eisprung morgens kann es am Abend schon zu spät für eine Befruchtung sein.
Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist wesendlich höher wenn die Partner etwa zwei bis drei Tage vor dem Eisprung Sex haben.
 
In jedem Zyklus findet ein Eisprung statt
Es kann durchaus passieren das in einem Zyklus kein Eisprung stattfindet. Auch die Monatsblutung ist kein Hinweiss darauf, das der Eisprung wirklich stattgefunden hat.
Die Chance, schwanger zu werden ist am größten wenn man jeden Tag Sex hat
Im Gegenteil, wer täglich Sex hat mindert damit die Spermienquallität.Wer wirklich Kinder haben will sollte nur alle 2 Tage miteinander schlafen, dann sind die Spermien wesendlich besser und die möglichkeit einer Schwangerschaft damit wesendlich grösser.
Der Eisprung findet nach der Erhöhung der körpertemperatur statt
Falsch.
Die erhöhte Körpertemperatur zeigt vielmehr an, das der Eisprung bereits stattgefunden hat.
Sie steigt etwa ein bis zwei Tage nach dem Eisprung an. 
Wenn sich keine Schwangerschaft einstellt ist meistens die Frau unfruchtbar
Auch falsch. Unfruchtbarkeit tritt bei Frauen und Männern gleich häufig auf.
Unfruchtbarkeit hat auch nichts mit Impotents zu tun.
Eine Schwangerschaft braucht Zeit.
Warum also zum Arzt gehen?
Wenn sich trotz regelmässigen ungeschützten Sex in ein bis zwei Jahren keine Schwangerschaft einstellt sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Dieser kann mögliche Ursachen feststellen und entsprechend behandel.
Bei allen klappt es mit dem Kinderkriegen auf Wunsch, nur bei uns nicht
Eine längere Wartezeit vor dem Eintreten einer Schwangerschaft ist völlig normal.Ein Drittel aller Frauen wartet mehr als ein Jahr bis sich der erhoffte Nachwuchs ankündigt. Zudem liegt die Warscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus gerade mal bei 25 %.
Frauen, die jahrelang die Pille nehmen haben später Probleme damit, Schwanger zu werden
Eher gilt das Gegenteil.
Nach dem Absetzen der Pille steigt die Fruchtbarkeit oft an.
Solange eine Frau stillt kann sie nicht Schwanger werden.
Stillen macht eine Schwangerschaft zwar unwarscheinlich aber nicht unmöglich.
In der Stillzeit wird zwar die Bildung von Hormonen verhindert die die Reifung der Eizellen und den Eisprung steuern, die Frauchtbarkeit und die Menstruation bleiben aus, die Frau ist aber nicht unfruchtbar.
Frischgebackene Mütter, die noch kein neuen Kinderwunsch haben, sollten ganz normal verhüten
Zu heisses Baden macht Männer unfruchtbar
Heisses Baden hat sicher einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität, nicht aber auf die Fruchtbarkeit.
Männer, die den Wunsch haben, Vater zu werden sollten auf heisses Baden, regelmässige Saunagänge, Sitzheizung im Auto usw verzichten.

 

 

 
Störungen der weiblichen Sexualität
 Libidoverlust oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bis hin zur völligen Unfähigkeit, ihn zu praktizieren, verleiden Millionen Frauen den Sex.
Wenn Liebe wehtut

 

Fast jede Frau hat einmal in ihrem Leben vorübergehend Sex-Probleme. Sexualität ist in der Öffentlichkeit ständig präsent, tabulos wird über sexuelle Themen berichtet und diskutiert. In Kontrast dazu steht die Sprachlosigkeit der Paare, wenn es um die eigene Sexualität geht – besonders, wenn Probleme auftreten. Dabei sind es vor allem Frauen, die über Störungen ihrer körperlichen Liebesfähigkeiten schweigen.

Die Bandbreite reicht von Libidoverlust über grundlegende Ablehnung jeder Art von Sexualität, Erregungs- und Orgasmusstörungen bis hin zu Vaginismus (Scheidenverkrampfung) und starken Schmerzen durch den Koitus.

 

Knapp jede zweite Frau ist vorübergehend einmal im Leben für einen längeren Zeitraum betroffen, so die Statistik. Die Dunkelziffer ist jedoch höher. Wahrscheinlich hat sogar jede Frau während einer bestimmten Phase ihres Lebens damit Erfahrung. Allerdings muss man das sehr differenziert betrachten. Viele Paare leben durchaus zufrieden auch ohne Sex. Erst wenn ein Leidensdruck entsteht, spricht man von einer Sexualstörung. Die Ursachen liegen meist im psychischen Bereich, können aber auch körperlich begründet sein. Oft beeinflussen und verstärken sie sich gegenseitig. Es entsteht ein Teufelskreis.
 

Libidoverlust: Kein sexuelles Verlangen (mehr)
 

Die Bilder von der erotischen und allzeit bereiten Frau, die viele Medien vorgaukeln, erzeugen einen enormen Erfolgsdruck. Allerdings treffen sie nicht die Realität. Es ist völlig normal, auch mal keine Lust auf Sex zu haben. Bereits die natürlichen Hormonschwankungen im Menstruationszyklus führen dazu, dass die Frau einmal mehr und einmal weniger sexuelle Lust verspürt. So ist die Libido an den Eisprungtagen besonders groß, an den übrigen nicht so ausgeprägt.

Versiegt die Lust auf Sex jedoch gänzlich, stört das die Zufriedenheit und belastet die Beziehung. Ein Verlust der Libido schließt nicht grundsätzlich aus, dass die körperliche Seite der Erregung mit schnellem Puls und feuchter Scheide möglich ist. Auch die Orgasmusfähigkeit ist nicht eingeschränkt. Allerdings fehlt der Antrieb dazu, sexuell aktiv zu werden. Frauen, die über eine Libidostörung klagen, übernehmen also selten die sexuelle Initiative.

Psychosoziale Einflüsse wie Existenzangst, Krankheit, Stress und Ähnliches können die Lust negativ beeinflussen. Doch in erster Linie sind es Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern, die zu Libidoverlust führen. Sie sprechen nicht miteinander darüber, was sie voneinander erwarten und was sie selber wünschen. Mit einer Sexualtherapie lässt sich dies erlernen. Diese Paartherapie besteht aus Gesprächen und Verhaltensübungen, die aufeinander aufbauen. So ist anfangs für Mann und Frau ausschließlich z. B. streicheln erlaubt, der Koitus ist tabu. In kleinen Schritten steigern sich für das Paar die Ausdrucksformen mit spielerischen Varianten. Damit erfahren die Partner Sexualität neu und unbelastet

Die Psychische Komponente
 
Nur selten liegen dem Verlust der Lust körperliche Ursachen zu Grunde, wie etwa ein zu niedriger Hormonspiegel. Viele Frauen fürchten, dass nach einer operativen Entfernung der Gebärmutter Hormonmangel eintritt.Denn dieses Organ produziert keine Hormone. Wichtig für die Hormonbildung der Frau sind vor allem die Eierstöcke. Allerdings werden sie nicht mehr so gut mit Blut versorgt, wenn die Gebärmutter fehlt. Deshalb bilden sie nach und nach etwas weniger Hormone – die Wechseljahre treten eventuell wenige Jahre früher ein. Mit einem unkomplizierten Abstrich aus der Scheide kann der Gynäkologe feststellen, ob zu wenige Hormone vorhanden sind. Nach Bedarf lassen sie sich mit einer Hormontherapie häufig ausgleichen
Körperliche Ursachen sind selten

 

Wesentlich massiver als Libidoverlusts äußert sich die sogenannte sexuelle Aversion. Sie ist jedoch sehr selten, genaue Zahlen existieren nicht. Betroffene Frauen haben einen ausgeprägten Widerwillen gegen jede Form der Sexualität, empfinden den Geschlechtsakt selbst, Penis oder Samen als eklig, aber auch die eigene sexuelle Reaktion. Begründet sind diese Aversionen oft in negativen Erlebnissen während der Kindheit und in Missbrauchserfahrungen. Sie können aber auch nach der Geburt eines Kindes auftreten. Je nach Ursache helfen eine Psycho-, Sexual- oder nach Missbrauch eine Traumatherapie, die darauf abzielt, nach und nach die belastende Erfahrung zu bewältigen

Sonderform sexueller Aversion
 

Für genussvollen, befriedigenden Geschlechtsverkehr spielt die Feuchtigkeit der Vagina eine wichtige Rolle. Die Drüsen am Scheideneingang und am Muttermund sowie die Scheidenwände bilden während der Erregungsphase eine Flüssigkeit, die eine hohe Gleitfähigkeit ermöglicht. Tritt diese Funktion nicht ein, bleibt die Vagina trocken (Lubrifikationsstörung). Der Geschlechtsverkehr wird dann zur Qual. Es entstehen kleine Einrisse, die sich entzünden können. Kein Wunder, dass sich dabei die Lust verliert.

Meist liegt es an fehlender Stimulation, wenn die Erregung ausbleibt. Man muss hier genau abklären. Um eine echte Erregungsstörung handle es sich nämlich nur dann, wenn weder durch Petting noch durch Masturbation, oraler Reizung oder Koitus partnerunabhängig eine Reaktion eintritt. Im Gespräch mit dem Therapeuten kann das Paar dann herausfinden, welche sexuellen Wünsche bestehen und wie die Frau stimuliert werden möchte.
 

Als körperliche Ursache kommt Hormonmangel in Frage, etwa nach den Wechseljahren. Der Gynäkologe kann ihn per Abstrich vom Muttermund identifizieren. Hormonhaltige Zäpfchen und Cremes, kurmäßig zweimal pro Woche angewendet, beheben die Lubrifikationsstörung in diesem Fall häufig. Als Hilfe eignen sich auch Gleitmittel oder einfach Speichel.

Erregungsstörungen : Mangel an Feuchtigkeit
 

Die Orgasmusfähigkeit einer Frau ist von zahlreichen Faktoren abhängig und deshalb auch besonders anfällig. Dysbalancen der Psyche, ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper oder zum Partner und körperliche Probleme können den sexuellen Höhepunkt verhindern (Anorgasmie). Rund 16 bis 17 Prozent der Frauen haben noch nie in ihrem Leben einen Orgasmus erlebt, beinahe jede Frau scheint schon einmal einen Orgasmus vorgespielt zu haben (Studie der Charité 2004).

Orgasmusprobleme : Lust ohne Erfüllung
 

Oft verbirgt sich Lustlosigkeit hinter der Unfähigkeit, den Höhepunkt zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam mit dem Gynäkologen oder dem Therapeuten erst mal herauszufinden, welchen Stellenwert und Sinn der Orgasmus für die Frau einnimmt. Viele sehen ihn vor allem als Bestätigung des Liebhabers und spielen ihn vor. Daneben gilt es, mit Vorurteilen aufzuräumen, die in den Medien vermittelt werden – etwa immer gleichzeitig und beim Koitus zu kommen, am besten in jeder Gemütslage. „Das erzeugt überzogene Erwartungen und weckt Versagensängste“, warnen Sexualtherapeuten. Die meisten Frauen erleben nämlich häufiger durch Petting, Masturbation oder orale Praktiken den Höhepunkt als durch den Koitus. Darüber sprechen und erst mal entstressen ist also der erste Schritt. Bewirkt das wenig und ist der Leidensdruck groß, hilft eine Sexualtherapie.

Den Orgasmus entfachen

 

Als körperliche Ursache für Orgasmusprobleme kommt vor allem Hormonmangel in Frage. Er lässt sich mit einem Abstrich diagnostizieren und mit entsprechender Hormonersatztherapie meistens beheben.

Im Gespräch sind auch immer wieder Medikamente, um die weibliche Libido und die Orgasmusfähigkeit anzuregen. Dem Mann helfen die sogenannten PDE-5-Hemmer (Viagra®, Cialis®, Levitra®) auf die Sprünge. Für Frauen gibt es jedoch derzeit keinen entsprechend erfolgreichen Wirkstoff. Östrogene, vor allem in Kombination mit Androgenen, verbessern allerdings die Durchblutung der Vagina und die Sensibilität der Klitoris. Tibolon, ein Steroid mit Wirkung auf die Geschlechtshormone, soll einen gewissen Einfluss auf die Orgasmusfähigkeit ausüben. In einer Vergleichsstudie schnitt diese Substanz sogar etwas besser ab als die Hormonkombinationspräparate (LISA-Studie, Maturitas 2006). Allerdings können – wie unter den anderen Hormontherapien auch – Krebs- und Schlaganfallrisiko ansteigen. Dies gilt vor allem, je später in den Wechseljahren die Therapie einsetzt. Die sexuelle Erregbarkeit der Frau steigert auch ein Testosteronpflaster“. Es ist bis jetzt jedoch nur für Frauen zugelassen, deren Eierstöcke und Gebärmutter entfernt wurden. Von einer weiteren Lusthilfe für Frauen, einem Testosterongel, das man auf die Klitoris reibt, halten Experten jedoch wenig. Wirksam bei dieser Therapie ist vermutlich in erster Linie die manuelle Manipulation der Klitoris.

Pelvipatie : Versteckte Sexualstörung

 

Eine Frau, die ständig Unterleibsschmerzen hat, streicht das Thema Sexualkontakt selbstverständlich. Von dieser versteckten Sexualstörung – im Vordergrund stehen ja die Schmerzen, die den Gedanken an Geschlechtsverkehr erst gar nicht aufkommen lassen – sind in den USA etwa 15 Prozent der Frauen betroffen. Der medizinische Fachbegriff lautet Pelvipathie. Für Deutschland gibt es noch keine Zahlen. Doch sie dürften ähnlich ausfallen. Dabei kommen als Ursache einerseits psychische Komponenten in Frage. Die Schmerzen können Ausdruck unbewältigter Konflikte sein, etwa in der Partnerschaft, aber auch nach Missbrauch oder anderen traumatischen Erlebnissen. Der psychische Druck äußert sich in einer Anspannung des Unterleibs, was auf Dauer Schmerzen verursacht. Oft rühren die ständigen Beschwerden jedoch auch von Myomen, Bindegewebsverwachsungen oder Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhautzellen). Für 60 Prozent der Pelvipathiefälle könnten sogar Erkrankungen verantwortlich sein, die nicht im gynäkologischen Bereich liegen, etwa Darm-, Nieren- oder Rückenleiden, so eine amerikanische Studie (Lamvu et al., Obstetrics and Gynecology 2006).
 

Sorgfältige körperliche Untersuchung, die nicht nur die Genitalorgane einschließt, steht am Beginn der Behandlung. Die Therapie richtet sich dann nach dem Befund – etwa Medikamente, Operation oder physikalische Maßnahmen. Parallel dazu sollte man mithilfe eines Therapeuten abklären, ob und wenn ja welche psychischen Ursachen zu den körperlichen Schmerzen führen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt und Therapeut ist also wichtig.

Dyspareunie : Pein statt Lust

 

Der Koitus, das körperliche Verschmelzen, kann die schönsten Empfindungen hervorrufen. Für bis zu 25 Prozent der Frauen ist Geschlechtsverkehr jedoch mit Schmerzen verbunden. Brennen, Ziehen oder dumpfe Schmerzen treten während des Koitus oder danach auf. Oft entsteht daraus ein Teufelskreis: Der Koitus bereitet Schmerzen, vor dem nächsten Geschlechtsverkehr tritt deshalb Angst auf, darum verspannen sich Beckenboden und Scheideninnenhaut. Die logische Folge: Der Koitus tut abermals weh.

Oft ist die Ursache eigentlich ein psychisches Problem. Der schmerzhafte Koitus kann Ausdruck einer Erregungsstörung sein oder Zeichen dafür, dass die Frau Geschlechtsverkehr ablehnt und sich nicht traut, Nein zu sagen. Im Gespräch mit dem Therapeuten lassen sich Schritt für Schritt die Gründe aufdecken und Gegenstrategien entwickeln.

Körperliche Ursachen abklären
 

Daneben kommen aber auch organische Ursachen in Frage – etwa Endometriose, also versprengte Gebärmutterschleimhautzellen, Verwachsungen nach Operationen oder Geburten, Zysten, Myome. Schmerzen beim Verkehr sind aber auch die Folge von Beschneidungen, wie sie in einigen Kulturkreisen immer noch üblich sind. Auch Pilzerkrankungen und Entzündungen der Unterleibsorgane können Auslöser sein. Um den exakten Grund festzustellen, setzt der Gynäkologe nach Bedarf die ganze Palette der Diagnosemöglichkeiten ein. Also Tasten, Abstrich, Ultraschall und Blutuntersuchung. Je nach Befund wählt der Arzt eine Therapieform mit Antibiotika, Hormonen oder einem chirurgischen Eingriff.

Vaginismus : Reflexartiger Verschluss

Daneben kommen aber auch organische Ursachen in Frage – etwa Endometriose, also versprengte Gebärmutterschleimhautzellen, Verwachsungen nach Operationen oder Geburten, Zysten, Myome. Schmerzen beim Verkehr sind aber auch die Folge von Beschneidungen, wie sie in einigen Kulturkreisen immer noch üblich sind. Auch Pilzerkrankungen und Entzündungen der Unterleibsorgane können Auslöser sein. Um den exakten Grund festzustellen, setzt der Gynäkologe nach Bedarf die ganze Palette der Diagnosemöglichkeiten ein. Also Tasten, Abstrich, Ultraschall und Blutuntersuchung. Je nach Befund wählt der Arzt eine Therapieform mit Antibiotika, Hormonen oder einem chirurgischen Eingriff.

Von beiden Partnern jahrelang akzeptiert
 

Nicht selten handelt es sich um Frauen, die seit vielen Jahren in einer festen Partnerschaft leben, zwar sexuell aktiv sind, also durch Petting auch zum Orgasmus kommen, aber noch nie Verkehr hatten. Oft erzeuge erst der Kinderwunsch den nötigen Leidensdruck, sich mit der Angst vor dem Koitus und der damit verbundenen Vermeidung auseinanderzusetzen. Betroffene Paare haben sich oft über viele Jahre hinweg auf eine Beziehung ohne Verkehr eingelassen. Für Diagnostik und Behandlung ist es deshalb wichtig, die Struktur und Dynamik der Partnerschaft genau zu beachten. Meistens sind es Ängste und Konflikte, die Mann und Frau entweder mit sich selbst, mit der Beziehung, der Sexualität und/oder dem Kinderkriegen haben. Die Frau hat zwar das Symptom – den Vaginismus –, aber beide haben ein Problem, das über den körperlichen Bereich hinaus die Psyche von Mann und Frau betrifft.
 

Training mit Stäpchen
 

Vaginismus lässt sich erfolgreich behandeln unter Anleitung eines erfahrenen Sexualtherapeuten. Gespräche in der Praxis, zu Hause spezielle Übungen, alleine und mit dem Partner, können das Problem nach und nach lösen. Ergänzt wird die Behandlung mit so genannten Dilatoren, also Vaginaltrainern, um die Scheide langsam daran zu gewöhnen, dass etwas in sie eingeführt wird, ohne dass es wehtut